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| Nur moderate Verschuldung der öffentlichen Haushalte in Zentral- und Osteuropa |
| Positive Gewinnentwicklung in Österreich und CEE |
| Empfehlungen: RHI, Ciech, Wienerberger, BRE Bank, Gazprom |
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"Osteuropa ließ sich von der Unruhe auf den westlichen Märkten nicht anstecken und zeigt nur eine moderate Staatsverschuldung. Das stimmt zuversichtlich", sagt Peter Brezinschek, Chefanalyst der Raiffeisen Zentralbank Österreich AG (RZB).
Der ATX wurde durch verschiedenste Entwicklungen auf den Finanzmärkten stark beeinflusst, die Aussichten sind jedoch positiv. "Wir sehen für den ATX weiterhin Aufwärtspotenzial", analysiert Birgit Kuras, Chefanalystin der Raiffeisen Centrobank AG.
"Wir bevorzugen für die kommende Periode zyklische Werte, entsprechend des makroökonomischen Ausblicks und der allgemein positiven Einschätzung der Aktienmärkte im zweiten Quartal", erklärt Stefan Maxian, Head of Company Research der Raiffeisen Centrobank AG.
Moderate Verschuldung der öffentlichen Haushalte in Zentral- und Osteuropa

Die schärfste Rezession seit der Marktöffnung hat den öffentlichen Haushalten auch in Osteuropa stark zugesetzt. Die Budgetdefizite wurden seit 2009 in Mitleidenschaft gezogen, befinden sich aber in einem tolerierbaren Bereich. "Doch während Griechenland die Märkte wegen überbordender Budgetdefizite in Unruhe versetzte, war von einer Ansteckung in Osteuropa nichts zu bemerken", so Brezinschek.
Im Gegensatz zu den etablierten Euro-Ländern weisen die Staaten in Zentral- und Osteuropa (CEE) auch nur eine moderate Staatsverschuldung auf. "Selbst das am stärksten verschuldete CEE-Land Ungarn weist 2010 niedrigere Defizite und Verschuldung auf als der Durchschnitt der Eurozone", so Brezinschek. Als Unsicherheitsfaktor sieht er die bevorstehenden Wahlen bzw. Regierungsbildungen. Einen besonderen Fokus legt er in diesem Zusammenhang auf Ungarn, Tschechien und die Ukraine.
Selektive BIP-Prognoseanhebungen in CEE
Für selektive Länder wie Polen wurde das reale Wirtschaftswachstum (BIP) nach oben revidiert. "Plus 2,7 Prozent können sich auch international sehen lassen", meint Brezinschek. Verbesserte BIP-Prognosen dürften auch die öffentlichen Haushalte in Russland und der Ukraine unterstützen. "Die stark ansteigenden Rohstoffpreise bringen diese beiden Länder an die Spitze der Konjunkturerholung", sagt Brezinschek. Er schätzt das Plus in der realen Wertschöpfung 2010 in CEE auf 4 bis 5 Prozent. Nach wie vor Schlusslicht bei der Wirtschaftserholung stellt der Balkan dar. Notwendige Strukturreformen lassen heuer nur eine Stagnation erwarten.
Zuversicht auf den Zinsmärkten im Frühjahr 2010
Die extremen Renditeaufschläge, die Österreich und CEE Anfang des Vorjahres bezahlen mussten, sind nun nicht mehr gegeben. "Im Frühjahr 2010 ist Zuversicht das Leitmotiv. Daher sind in einigen Kapitalmärkten wie Polen und Ungarn sogar noch Renditeermäßigungen auf den Lokalwährungsmärkten möglich", so Brezinschek. Polnische, rumänische und russische Staatsanleihen zählen daher zu den Empfehlungen. Nur bei Ungarn sieht der Chefanalyst kurzfristige Irritationen des Forint um den Wahltermin. Weitere Zinsermäßigungen prognostiziert er für Russland und die Ukraine, wobei die Zinsdifferenzen für eine Rubelaufwertung zum US-Dollar bis in den Herbst sorgen sollten.
Freundlicher Börsefrühling in CEE
Die niedrigen Zinsen, der zunehmende Risikoappetit und die Trendwende bei den Unternehmensgewinnen sind die Hauptgründe für einen freundlichen Börsenfrühling in CEE. Vor allem der erwartete Gewinnanstieg von 11 bis 35 Prozent in 2010 und weitere durchschnittlich 25 Prozent in 2011 werden sich als Kurstreiber bemerkbar machen. Polen ist trotz günstiger Konjunktur wegen des hohen Privatisierungsangebots und der Indexausweitung unterdurchschnittlich eingestuft. Dagegen signalisiert das Umfeld in Russland optimale Aktienmarktbedingungen: Sinkende Zinsen, aufwertender Rubel, höheres BIP-Wachstum und festere Rohstoffpreise deuten darauf hin. "Die Branchen Öl/Gas und Bau bevorzugen wir. Auf untergewichten setzen wir Pharma und Telekom", so Brezinschek.
ATX mit Aufwärtspotenzial
Der von Finanztiteln stark getriebene ATX wurde von den Turbulenzen in Griechenland und weiterer südlicher EU-Staaten beeinflusst. Auch die Diskussion um eine mögliche Einführung einer Bankensteuer machte sich bei der Entwicklung des wichtigsten Index der Wiener Börse bemerkbar. "Allerdings sehen wir nach der Abschwächung der Länderproblematik und den weiterhin expansiv agierenden Notenbanken ein weiteres Aufwärtspotenzial", zeigt sich Birgit Kuras zuversichtlich.
Positives Wirtschaftswachstum auf niedrigem Niveau
Für 2010 kann man davon ausgehen, dass die konjunkturstützenden Maßnahmen in Österreich aufrecht bleiben. Damit soll sichergestellt werden, dass das prognostizierte Wachstum von rund 1,5 Prozent für 2010 nicht gefährdet wird.
Obwohl die Wirtschaftserholung etwas über den früheren Schätzungen liegt, sendet die Industrie derzeit noch wenig positive Signale an den Markt. "Die Berichtsaison verlief weitgehend unspektakulär. Industrieunternehmen zeigten zwar ihre operative Stärke, da sie von der besseren Konjunkturentwicklung bereits profitieren konnten. Im Vergleich zu den historischen Werten liegen die aktuellen Niveaus aber immer noch unter den zuvor erreichten", so Kuras.
Gewinnwachstum weiterhin positiv – ATX nicht teuer
Positiv sollten sich 2010 die Gewinne entwickeln. Waren diese 2009 neben dem Nachfrageeinbruch noch von den Restrukturierungsmaßnahmen negativ beeinflusst, erwartet Kuras für 2010 einen Anstieg von rund 30 Prozent. Dies schlägt sich derzeit in einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 13,1 nieder. Diese positive Entwicklung könnte jedoch von einer Bankensteuer oder CO2-Abgabe beeinträchtigt werden, sollte sich laut Kuras bei der Gewinnentwicklung der Unternehmen aber erst ab 2011 auswirken.
Derzeit zeigt sich der ATX nach wie vor als preiswert. "Das weiterhin positive geldpolitische Umfeld, die gute Gewinnentwicklung und die Abnahme der Länderproblematik sollten daher den ATX im zweiten Quartal unterstützen", so Kuras. Sie prognostiziert während des zweiten Quartals 2010 einen Anstieg des ATX in Richtung 3000 Punkte. Danach wird die Erwartung eines Liquiditätsentzugs der Notenbanken eine leichte Abschwächung mit sich bringen. Der ATX sollte sich bis zum Jahresende allerdings wieder knapp unter der 3000-Punktemarke einpendeln.
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8. April 2010
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